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Futonbetten

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28. Mai. 2010

Tatami Matten sind aus Reisstroh gefertigte Matten, die in der japanischen Wohnkultur eine große Bedeutung besitzen. Sie werden hergestellt, indem das Reisstroh getrocknet, dicht zusammengepresst und vernäht wird; dann wird dieser Kern mit einer Matte aus Igusa-Gras überzogen.

In der japanischen Heian-Zeit zwischen den Jahren 794 und 1185 wurden Tatami Matten nur von der Oberschicht verwendet. Die Fußböden der Häuser bestanden größtenteils aus Holz, während die Matten nur als Sitzunterlagen für hohe Adlige gebraucht wurden. Mit der Zeit wurden sie auch als Belag für gesamte Räume benutzt und schließlich auch von Angehörigen unterer Schichten verwendet. Heute sind nur noch wenige japanische Häuser komplett mit Tatami Matten als Belag ausgestattet, aber in einzelnen Räumen kann man sie immer noch finden. Dann gelten sie als ein Boden, der besonders sauber gehalten wird, weshalb er auch nicht mit schmutzigen Schuhen, sondern eher barfuß betreten werden sollte.

Futonbett auf Tatamis

Es ist nicht festgelegt, in welchen Räumen genau Tatami Matten gebraucht werden, allerdings findet man sie vermehrt in Wohn- und Schlafräumen sowie in Räumen mit besonderer Funktion, etwa Meditationszimmern. Zu ihrer Beliebtheit trägt auch ihre Eigenschaft bei, sowohl Wärme als auch Schall gut dämmen zu können. Als Naturmatratzen finden Tatami Matten ebenfalls Verwendung: Da sie ohnehin schon weicher sind als beispielsweise Parkettböden, kann man eine dünne Unterlage zum Schlafen direkt auf die Matten legen, wodurch ein Futonbett entsteht. Ein solches Bett unterscheidet sich vom europäischen Polsterbett vor allem durch das fehlende Gestell und die geringe Höhe. Außerdem lässt sich ein Futonbett leicht an individuelle Wünsche anpassen, da man die Schlafunterlagen beliebig auf den Tatami Matten anrichten kann. Heute kennt man in Europa allerdings auch Kombinationen aus einem Futonbett und einem Polsterbett: Diese Betten haben zwar ein Gestell, aber weiterhin eine geringe Höhe und meist Naturmatratzen aus Materialien wie etwa Baumwolle, Schurwolle oder Kokosfasern. Von vielen Herstellern als Designerbett gepriesen, aber das ist ein anders Thema…

Tatamis im Kampfsport

Bekannt sind Tatami Matten auch als Bodenbelag im Kampfsport. Da sie von Natur aus weich sind, eignen sie sich sehr gut, um zum Beispiel die Härte von Würfen oder Stürzen im Judo-Sport abzufangen.

Tatamis und das japanische Flächenmass Jö

Tatami Matten werden in Japan auch als Grundlagen des Flächenmaßes in Räumen verwendet: Eine Standardmatte ist ca. 1,64 m2 groß; dieses Maß wird als 1 Jō bezeichnet. Also hat ein Raum, der mit 6 solcher Matten ausgelegt ist, 6 Jō groß. Allerdings schwankt dieses Maß von Region zu Region, ist also nicht einheitlich in Japan.

7. Mai. 2009

Ein Futonbett ist nicht mit herkömmlichen Schlafzimmer Betten wie Doppelbetten zu vergleichen. Es ist auch bestimmt keine neumodische Erscheinung oder gar ein Designerbett. Möchte man ein Futonbett in unserer uns geläufigen Sprache benennen, würde man wohl eher von Naturmatratzen sprechen, die eine Jahrhunderte alte Tradition im Back Up haben. In seinem Herkunftsland Japan, ist Futon nichts weiter als das Wort für Decke, die aber als Schlafunterlage dient. Im Gegensatz zu klassischen Holzbetten, welche einen Bettrahmen besitzen, ist das Futonbett aber ein an Fuß- und Kopfende offenes Bett ohne jegliches Bettgestell. Sie wird direkt auf die in Japan weit verbreiteten Tatami Matten gelegt. Diese spielen im  japanischen Raummaß und somit nicht nur in der japanischen Architektur eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt basieren Raummaße in Wohnhäusern auf das Maß der Tatami Matten und bilden ein vielfaches davon. Das Futonbett an sich bedarf intensiver Pflege und täglicher Lüftung. Denn anders als eine normale Bettmatratze, besteht das traditionelle Futonbett aus mehreren Schichten Baumwolle, die zusätzlich einen härteren Kern, z.B. Kokosfasern, beinhalten darf. Nach dem täglichen Lüften ist es wichtig, dass das Futonbett zusammengelegt oder besser eingerollt wird, damit sich die Schichten wieder ausgleichen können. Da es sich um eine natürliche Füllung handelt, deswegen der Bezug zu Naturmatratzen, fehlt die erforderliche Flexibilität des Füllstoffs wie es z.B. Matratzen von herkömmlichen Schfalzimmer Betten gewährleisten. Das so genannte “Shikibuton“ wie das Futonbett auch genannt wird, ist wesentlich dünner als eine Bettmatratze. Die Kombination mit Tatami Matten ist daher ideal, da die Tatamis nicht so hart sind wie ein normaler Fußboden und das Futonbett direkt auf diese drauf gelegt werden kann ohne eine besondere Härteempfindung beim Schlafenden zu hinterlassen. Die tägliche Pflege durch das Einrollen des Futonbett, kommt den engen Wohnraumverhältnissen in japanischen Wohnhäusern zu Gute, da sich ein leichtes verstauen sehr gut bewerkstelligen lässt.

In der westlichen Welt hat sich die Bezeichnung vom Futonbett ein wenig von der ursprünglichen Bedeutung abgewandelt und ist zu einer Mixtur aus Doppelbetten im Bettgestell und dem eigentlichen Futon geworden. Da eine fest verwurzelte Tatami Tradition fehlt, wird das Futonbett auf einem sehr niedrigen Bettrahmen oder Lattenrost installiert um so dem Konzept von in der Nähe des Fußbodens  schlafen, gerecht zu werden. Während die japanische Schlafkultur durch das Futonbett ihre Traditionen beibehält, änderte sich diese in unseren Landen. Der Vorläufer der Bettmatratze bestand hauptsächlich aus Säcken, die mit Heu, Federn, Schilf, Wolle oder anderen Pflanzenfasern gefüllt waren. Wobei Federn oder Wolle eher ein  Luxus waren. Das normale Volk musste mit Schilf oder Stroh gefüllten Säcken vorlieb nehmen.

Auch die Füllung des Futonbetts wurde europäisiert. Zu der in Japan ausschließlich mit Baumwollschichten gefüllten Form, komponierte man hier Einlagen wie Kokosfasern, Rosshaar oder Schurwolle hinzu um weiteren Anforderungen an Weichheit oder Pflegeintensität gerecht zu werden. Ein Designerbett oder ein Polsterbett ist es deshalb noch nicht, aber ein traditionelles japanisches Futonbett eben auch nicht mehr.

 

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